Freiburg 2006

Distrikt-ID: 1950, Club-ID: 53266

(Stand 30.03.2006)

ROTARY CLUB Würzburg-Residenz, 1950. Distrikt

Präsident: Clemens Stehmann

Sekretär: Hilmar Milde

Clubmeister: Roland Reinhart

Clubfahrt am  25./26. März 2006 mit dem Bus nach Freiburg im Breisgau

Frauke und Michael

Würzburg Residenz auf Tour und kein Drache in Freiburg kann uns aufhalten

Nichts hält uns ab

Clemens (linkes Bild) lauscht andächtig

Weiteres folgt

Kurzbericht von der Clubreise nach Freiburg im Breisgau 25./26.März 2006

Besorgte Blicke zum Himmel am Morgen– es regnete in Strömen. Aber, wie heißt es doch: es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Also mit Sonne im Herzen zum Dallenbergparkplatz: und es hatte aufgehört zu regnen. Ein aubergine-farbener Bus, Marke Neoplan, noch ganz neu (ohne Beschriftung und Reklame) kam angerollt und Herr Hillenbrand kümmerte sich um seine Gäste und ihr Gepäck – inzwischen waren nämlich die Freunde mit ihren Damen, alle fröhlich gestimmt,  vollzählig erschienen; die Frau unseres Präsidenten hatte an ihren Körben viel zu schleppen. Pünktlich um 8.30 Uhr konnten wir abfahren. Zuerst begrüßte uns Herr Hillenbrand, wies dann auf seinen ganz neuen Bus hin, auf Anschnallpflicht und Rauchverbot. Danach wandte sich Präsident Stehmann an seine Reisegesellschaft, gab seiner Freude über die nun beginnende Fahrt Ausdruck, wünschte schöne Stunden und gab schließlich Informationen über die einzelnen Programmpunkte. Stadtpläne wurden ausgeteilt; während der Bus über die (freie) Autobahn glitt, das Taubertal überquerte und danach die Hochebene des Baulandes mit den vielen Windrädern passierte, hatte sich der Himmel wieder verdunkelt und ließ Regenschauer niederprasseln. Das aber tat den angeregten Gesprächen keinen Abbruch; zur Stärkung wurde von Ursula Kaffee, wahlweise Tee, und dazu Hefezopf oder dänische Rosin-Bollen gereicht. Und wer dabei noch hungrig geblieben war, konnte sich anhand der durchgereichten Speisekarte („bitte seinen Wunsch ankreuzen“) auf das Mittagessen in Appenweier freuen; später dasselbe Procedere für das Mittagessen am Sonntag in Freiburg. Am AB-Kreuz Weinsberg bogen wir auf die A6 ab; beim Blick auf den Bergkegel zur linken Hand mit der Ruine „Weibertreu“ erzählte Freund Stickler über deren Geschichte. Nach Überquerung des Neckars durchfuhren wir staufrei – für die A6 etwas Besonderes – den Kraichgau, vorbei am Sinsheimer Technik-Museum, und bogen am AB-Kreuz Walldorf auf die A5; inzwischen lockerten die Wolken auf. Großes Hallo an der Raststätte Bruchsal – Baltasar Neumann wirkte einst in Bruchsal - wo Freund Einert zustieg. Und weiter ging es zügig Richtung Süden, vorbei an Karlsruhe; hinter Ettlingen, zur linken Seite stiegen aus der Rheinebene die Kuppen des Nordschwarzwaldes auf, welche mit zunehmender Höhe noch oben Schnee trugen und z.T. von Wolkenfetzen eingehüllt waren; rechter Hand grüßten die Vogesen. In dieser Idylle weilte Freund Steinmann in Form eines Secco-Saigneé als Aperitiv unter uns. Bei Appenweier verließen wir die Autobahn und erreichten nach wenigen Minuten den Ortskern und den „Hanauer Hof“. Wir waren fast zu früh dran, weil alles so gut gelaufen war. Das Essen schmeckte vorzüglich, der Wein ebenso. Gut gelaunt und frisch gestärkt konnten wir unter erneuten Regentropfen wieder aufbrechen zum Rest der Reise. Hier war die Vegetation gegenüber Würzburg doch fortgeschrittener. Nahezu pünktlich erreichten wir die Perle an der Eingangspforte zum Südschwarzwald, Freiburg im Breisgau, die bald 800 Jahre alte Zähringergründung an der alten Handelsstraße zwischen Schwaben und Burgund. Bevor wir am Hotel aussteigen konnten, gab unter den kritischen Augen des bereits angekommenen Vize Meyer mit Dame Herr Hillenbrand ein Zeugnis seiner guten Rangierkünste. Mit Freund Holderbach und seiner Dame waren wir nun vollzählig. Einchecken, Zimmerbezug, kurzes Frischmachen für den nächsten Programmpunkt: Münsterführung. Und da unser Hotel nicht nur „Central“ hieß, sondern auch so lag, konnten wir noch kurzem Fußmarsch den Münsterplatz erreichen und uns zunächst (wieder) vom Anblick eines der größten Meisterwerke der Gotik in Deutschland umfangen und beeindrucken lassen. Menschengedränge, noch etliche Markstände und Blumenverkäufer – ein Freund spielte, sehr zum Entzücken unserer Damen, den „Rosenkavalier“. Wegen der Größe unserer Gruppe mußten wir uns teilen, zwei kunsthistorisch kundige Damen kümmerten sich um uns. Es begann am Hauptportal mit Erläuterung der dort befindlichen Figuren und dem daraus abzuleitenden Programm: die Gläubigen sollten die Heilsgeschichte und die darin auftretenden Akteure sehen. Leider war die Münsterführung etwas „kastriert“: infolge einer am Abend vorgesehenen Musikaufführung  waren Teile der Kirche abgesperrt oder durch intensive Bestuhlung eingeengt, es war laut: durch Helfer, die Podeste auf ihre Tragfähigkeit prüften und durch Techniker, die Tonprüfungen vornahmen; schließlich eilten auch Künstler und Träger geschäftig hin und her. Das aber focht unsere Führerin nicht an und sie erklärte uns geduldig die vier Bauphasen anhand der Bauteile, den Innenraum mit den vielen alten Glasbildern, machte mit uns einen Rundgang hinter dem Hochaltar und erläuterte die vielen Seitenaltäre. Der Hochaltar mit seinem berühmten Altarbild war durch das „Hungertuch“ (Fastenzeit!) verhüllt und nur von der Rückseite her zu betrachten. Danach durften wir von außen den in Bälde (für voraussichtlich 5 Jahre) eingerüsteten filigranen Turm betrachten, bekamen das historische Kaufhaus mit den vier Stifterfiguren des Hauses Habsburg erklärt und wurden nochmals zum inzwischen menschenentleerten Portal – der Zugang zur Kirche war jetzt abgeschlossen - zur Demonstration ausgewählter Figuren, z.B. der klugen und törichten Jungfrauen, der 7 Künste, der Voluptas und des Lasters, der Hl. 3 Könige ect. gebeten. Danach konnte jeder auf eigene Faust losziehen: der eine besuchte die Ausstellung „Exil und Moderne“, andere gingen zum „Shoppen“ und wieder andere suchten ganz profan „Oberkirchs Weinstuben“ auf und ließen bei einem „Viertele“ das Gehörte Revue passieren. Rechtzeitig fanden sich alle wieder im Hotel ein, um danach frisch gestylt, das Greifenegg-Schlössle anzusteuern. Es war trocken, so daß etliche sogar den ganzen Weg bis oben zu Fuß machten; andere benutzten ganz unsportlich den Aufzug. Durch die Panoramascheiben nach unten sah man auf die in der Dämmerung zunehmend beleuchteten südlichen Stadtteile, vor uns befand sich ein hübsch gedeckter Saal mit mehreren großen Tischen; wir nahmen ohne Sitzordnung Platz und harrten der Dinge, die da kommen würden. Zunächst erschienen dienstbare Geister und versorgten uns mit Getränken nach Wahl, danach begannen sie, das vorbestellte Dreigang-Menu (Kartoffelsuppe, Hauptgang, Panna Cotta) zu servieren. Zwischendurch richtete der Präsident einige, wenige Worte „an sein Volk“. Und dann hob Freund Huke zu einem Vortrag über die Gotik an, der hier in kurzer Zusammenfassung wiedergegeben werden soll: Gotik ist nicht nur ein Stil, sondern auch ein geistesgeschichtliches Programm. Ihr Wesen besteht darin, daß die romanische, bemalte Wand reduziert wird und stattdessen einer diaphanen Lichterwand weicht, in der steinerne Strukturen quasi im Raum schweben. Nicht mehr der Maler ist wichtig, sondern der Architekt, der ein theologisches Konzept umsetzt. So soll der erschauernde Mensch in der gotischen Kathedrale dem Irdischen entrückt und seinem Heilsziel näher gebracht werden. Anhaltender Beifall belohnte unseren Freund. Lebhafte Gespräche an allen Tischen, der eine oder andere nahm dazu einen Platzwechsel vor. Draußen regnete es wieder. Schließlich blies der Präsident zum Aufbruch, denn wir wollten ja den Tag an der gemütlichen Hotelbar ausklingen lassen. Das war eine gute Wahl: die beiden Barkeeper waren sehr freundlich und aufmerksam, versorgten uns mit Stoff, so dass in einzelnen kleinen Zirkeln nicht nur geplaudert, sondern intensiv diskutiert werden konnte: über den Club, unsere Freundschaft, über Verbesserungsmöglichkeiten und geeignete Vorschläge, über rotarische Perspektiven. Für den Berichter war dies der eigentliche Höhepunkt. Es war – selbst unter dem Gesichtspunkt der beginnenden Sommerzeit - recht spät geworden, als sich die letzten zur Ruhe begaben.

Am nächsten Morgen harrte unser ein umfangreiches Frühstücksbuffet, um sich für die anstehende Stadtführung zu stärken. Dann Auschecken, Koffer in den Bus und nach einem besorgten Blick zum Himmel den Regenschirm mitgenommen. Auf eigene Faust ging es zur Tourist-Information gegenüber dem Colombischlösschen. Unsere beiden Pkw-Selbstfahrer hatten sich inzwischen verabschiedet. Nach kurzem Warten gesellte sich eine Dame zu uns, gab sich als unsere Führerin zu erkennen und begann, uns „ihre“ Stadt in der gebotenen Kürze näher zu bringen; am Ende wolle sie uns in der Nähe unserer nächsten Station, am Münsterplatz absetzen. So zogen wir durch die Rathausgasse zum (alten und neuen) Rathaus, stellten uns zwischendurch in Torbögen, Durchgängen oder Passagen unter, um trocken zu bleiben, bekamen, untermalt durch Bilder aus ihrer großen Mappe, die „Bächle“ und den Beruf des Bächleputzers erklärt, hörten Historie, über Freiburg als Studentenstadt, als „Grünen“-Zentrum (selbst der OB!), passierten die Alte Universität und den Bertoldsbrunnen, gingen einen Teil der Kaiser-Joseph-Str. entlang, bekamen das Martinstor zu Gesicht und die Geschichte vom „wackeren Schwaben“ erzählt, schlenderten durch die Gerberau, sahen die „Ölmühle“ am Gewerbekanal, die Museen am Augustinerplatz und kamen hinter einer Architektur Glanzleistung (Parkhaus, darauf am Rand Stadthäuser) zum Schwabentor, gingen von dort über die sanierte Konviktsstraße mit ihren restaurierten Fassaden, die noch einen Eindruck des alten Freiburg vermittelten. Altes Kaufhaus und Münster wurden uns nochmals ans Herz gelegt. Als wir uns mit Dank und guten Wünschen von der netten Dame verabschiedeten, lachte die Sonne über Freiburg und uns. Wir gingen selbständig die paar Meter zum „Heiliggeist-Stüble“, wo im 1. Stock für uns reserviert war. Auch hier nette, aufmerksame Bedienung, die für (vorausgewählte) Speis´ und Trank sorgte. Von dort – es war inzwischen recht warm geworden - gingen wir zum Busbahnhof am Karlsplatz, wo schon Herr Hillenbrand und der Bus warteten. Keine Reise ohne Aufregung: Birgit Klaes fehlte. Einige nutzten die Pause, um sich Krokusse im nahen Stadtgarten anzusehen. Dann endlich – ein Lob auf die Technik! – konnte unser Incoming Vice-President sich auf das Handy besinnen, erfolgreich Kontakt aufnehmen und seine Frau am Busbahnhof–Hbf. ausmachen. Dort wurde sie dann mit Hallo vom Bus aufgenommen, der Heimfahrt stand nichts mehr im Wege. Wieder glitt unser Gefährt ohne Behinderung durch die besonnte Landschaft, wobei sich diesmal ein freier Blick auf die Schwarzwaldberge und die Vogesen bot; wer nicht schlief, bekam Kaffee oder Tee serviert, dazu Gebäck; auf Höhe des Nordschwarzwaldes begann es zu regnen, um dann hinter Karlsruhe endlich aufzuhören. In Bruchsal wurde Freund Einert, der für 3 Wochen im nichtrotarischen Ausland weilen wird, herzlich  verabschiedet. Wieder richtete Herr Hillenbrand sein Gefährt nach Norden und ohne Aufregung, mit gleichmäßiger Reisegeschwindigkeit kamen wir um 18.15 Uhr wieder am Dallenbergparkplatz zu Würzburg an; vorher hatte der Präsident die Reise gewürdigt und sich bei den Teilnehmern bedankt, Freund Klaes im Namen aller den Ausrichtern der Reise, Ursel und Klemens Stehmann den Dank abgestattet und schließlich hat sich Herr Hillenbrand lobend über uns Mitfahrer geäußert und seiner Hoffnung auf ein „Da capo“ Ausdruck verliehen. Abschied nehmen und dann ging´s in alle Richtungen nach Hause. Die Reise, bei der viel gelacht worden ist, hat der Freundschaft und dem Zusammenhalt im Club sehr gut getan! Danke, Ursula und Klemens, für diesen Event.

Euer Hilmar Milde, Berichter und Sekretär